Anforderungen

Obwohl Segelflugzeuge allerhöchstens 2 Sitzplätze haben, ist der Segelflugsport dennoch alles andere als eine Einzelsportart. Im Gegenteil – unser Sport stellt hohe Ansprüche an die Teamfähigkeit jedes Einzelnen. Nur in der Gruppe, in der jeder tatkräftig mit Hand anlegt, ist Segelfliegen als Vereinssportart zu betreiben.

Egal welche Fähigkeiten oder Berufgruppen unter uns vertreten sind, alle und jeder findet ein reichhaltiges Einsatzspektrum auf dem Flugplatz und drum herum.Teamgeist im Anhänger

Organisation des Flugbetriebs

Damit du in die Luft kommst, bedarf es einer Vielzahl von Helfern. Der Windenfahrer betätigt die Seilwinde, er versieht dazu einen ganzen Flugtag lang uneigennützig seinen Dienst. Der Flugleiter sitzt auf dem Turm, er erfasst alle startenden und landenden Flugzeuge und Besatzungen und gibt dem Windenfahrer die Kommandos für den Start per Funk. Er regelt auch die Reihenfolge, in der die Flugzeuge landen.  Auch er ist in einem Dienstplan eingeplant und den ganzen Tag da. Des Weiteren muss jemand das Startseil einklinken und den Tragflügel aufrecht halten, damit dieser beim Anrollen nicht im Gras hängen bleibt. Vorher haben schon deine Fliegerkameraden das Flugzeug kontrolliert und an den Start geschoben und schieben es nach der Landung auch wieder gemeinsam zurück.

Ein normaler Flugtag beginnt morgens um 9 Uhr mit einem gemeinsamen Treffen, dem sog. Briefing. Der Flugleiter liest den Wetterbericht vor und weist die Piloten auf eventuelle Besonderheiten hin. Zusammen mit dem dienst-habenden Fluglehrer legt er fest, welche Flugzeuge eingesetzt werden sollen. Diejenigen, die einen Streckenflug planen, teilen mit, welches Flugzeug Sie dafür gern nutzen möchten. Manchmal muss auch bei gutem Wetter gelost werden, da nicht genug Flugzeuge für alle da sind. Schlussendlich wird noch ein Fahrer für den Seilrückholwagen (kurz „Lepo“) festgelegt und dann begonnen gemeinsam die Flugzeuge aus der Halle auszuräumen. Dabei ist äußerste Vorsicht geboten um die eng in der Halle verschachtelten Flugzeuge nicht zu beschädigen.

Von jedem wird erwartet, dass er tatkräftig mit anfasst. Jeder ist den ganzen Tag auf den Beinen, Langeweile kommt selten auf.

Jeder ist auf die Hilfe des anderen angewiesen. Hat man seinen Flug absolviert, so kann man nicht einfach nach Hause fahren. Der Flugbetrieb wird gemeinsam beendet und der Grill erst angemacht, wenn die Hallentore wieder geschlossen wurden. Meist endet ein schöner Flugtag mit dem gemeinsamen Grillen oder einer kleinen Kocheinlage.

Natürlich kann es ja auch mal sein, dass jemand auch am Wochenende arbeiten, oder ein Flugschüler sonntags auch mal eher nach Hause muss, um noch etwas für die Schule zu lernen. Auch das ist natürlich mal möglich, solange es nicht zur Regel wird. Wer es sich zum stillschweigenden Gesetz macht, auf jeden Fall entweder zum Ausräumen dabei zu sein, oder wenn man mal später kommt, wenigstens mit einzuräumen und bis zum Schluss zu bleiben und die Hallentore mit zuzuschieben.

Im Gegensatz zu einer kommerziellen gewerblichen Flugschule (z.B. Oerlinghausen) arbeiten bei uns alle Funktioner, wie Fluglehrer, Windenfahrer und Flugleiter ehrenamtlich. Sie investieren ihre Freizeit in unseren Sport und das sollte von den Flugschülern auch respektiert werden, wenn ein Fluglehrer auch mal allein fliegen möchte.

…und im Winter?

Im Winter wartet die Winterarbeit. Der Segelflugsport ist nicht nur ein Schönwettersport. Bei Winterarbeitschlechtem Wetter sind viele Arbeiten rund um den Flugzeugpark und den Flugplatz zu erledigen, sodass es auf dem Flugplatz zum Einen nie langweilig wird, und zum anderen die Arbeit nie ausgeht. Der Winter ist mit seinen Wochenenden durch die Wartungsarbeiten an allen Flugzeugen geprägt. Der perfekte sichere Zustand aller Segelflugzeuge ist die Grundvoraussetzung für einen sicheren Flugbetrieb im Sommerhalbjahr. Dazu erfolgt im Winter die sogenannte Winterarbeit, bei der alle Flugzeuge zerlegt, gereinigt, kontrolliert, repariert und optimiert werden.

Diese Arbeit füllt den gesamten Winter lang alle Wochenenden mit umfangreichen Arbeiten für die jede Hand gebraucht wird. Damit es dabei auch gerecht zugeht und nicht alle Arbeit auf wenigen Schultern lastet, gibt es eine genaue Winterarbeitsregelung:

Jede von einem Mitglied gearbeitete Stunde wird dokumentiert und von einem Werkstattleiter, der an dem Wochenende Dienst hat, unterschrieben. Am Ende der Winterarbeit, welche im November beginnt und Ende März endet, werden alle geleistetem Stunden aller Mitglieder zusammengerechnet und durch die Anzahl aller geteilt, die gearbeitet haben. Daraus ergibt sich der sogenannte „Stunden-Durchschnitt“. In der Regel sind das ca. 70 Stunden pro Winter.

Werden genau so viele Stunden geleistet, wie der Schnitt angibt, so entstehen dem Mitglied keine weiteren Kosten. Wird weniger gearbeitet als der Durchschnitt, so muss das Mitglied für jede nicht geleistete Stunde 4,50 € zahlen. Arbeitet das Mitglied mehr als der Durchschnitt, so werden 2,50 € pro Stunde auf seinem Guthabenkonto gutgeschrieben und können abgeflogen werden. Für Flugschüler ohne festes Einkommen ist es durchaus eine kleine und einfache Möglichkeit, ein wenig Geld fürs Fliegen dazu zu verdienen.

Jeder sollte sich also bewusst sein, dass die gleiche Zeit, die er im Sommer aufbringt, auch im Winter erforderlich wird, ohne dass wirklich in dieser Zeit geflogen wird. Für Flugschüler, die im Winter auch noch am Unterricht teilnehmen, kann das schon recht anstrengend werden.

Nicht immer geht alles so, wie man es sich vielleicht vorgestellt hat. Nur, wer sich regelmäßig aktiv am Flugbetrieb beteiligt, wird in seiner Ausbildung schnell voranschreiten und nach deren Abschluss auch beständig und sicher fliegen. Denn nichts ist wichtiger als regelmäßige Flüge bei wechselnden Bedingungen.

Zusammenfassung

Zusammengefasst kann man sagen, dass jeder, der ein Grundmaß an Teamfähigkeit und Einsatzwillen, verbunden mit etwas technischen Interesse besitzt, bei uns Segelfliegern gut aufgehoben ist.

Kommen Sie ruhig mal bei uns vorbei, fragen Sie uns auch zu diesen Themen aus. Gern beraten wir Sie aus unseren eigenen Erfahrungen heraus.