Technik

Moderne Segelflugzeuge sind mehr als nur stoffbespannte Holzgestelle, sondern hoch entwickelte Leistungsgeräte. War noch früher Holz der Hauptwerkstoff aus dem ein Segelflugzeug bestand, so ist es heute Glasfaser. In mühevoller Handarbeit, werden viele einzelne Glasfaserbahnen mit Harz in eine zuvor am Computer entwickelte Form laminiert. Diese Form härtet dann aus, wird zusammengeklebt und lackiert. So entsteht ein ca. 80.000 EUR teures Flugzeug, welches meist nicht mehr als 400 kg wiegt.

Wie kommt ein Segelflugzeug in die Luft?

Wind brauchen Segelflugzeuge zum Fliegen nicht unbedingt. Sie fliegen auch – und genauso gut – wenn es windstill ist. Beim Start wird das Segelflugzeug durch eine Winde oder ein Motorflugzeug auf eine bestimmte Höhe gebracht. Anschließend gleitet es auf einer schwach nach unten geneigten Bahn.

das Arbeitstier

Bei uns in Bisperode werden die Flugzeuge mit einer Seilwinde auf bis zu 500m hochgeschleppt.

 

 

Während des Startvorgangs fliegt das Segelflugzeug bereits mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h.

Im freien Flug erreichen moderne Segelflugzeuge erreichen dann sogar Geschwindigkeiten bis 250km/h, wenn die Luft nicht all zu böig ist. Während des Gleitfluges opfert es ständig etwas von seiner Ausgangshöhe. Das Segelflugzeug setzt also seine Flughöhe in Flugstrecke um – solange, bis die Höhe verbraucht ist und das Flugzeug landen muss.

Dass auch ohne Motorkraft nur mit Hilfe von Sonne und Wind enorme Leistungen erzielt werden können, zeigen der bei 14.000 m liegende Höhenweltrekord und die weiteste geflogene Strecke von über 3000 km – (erreicht in den chilenischen Anden im Jahr 2003).

So sieht ein Segelflugzeug von innen ausCockpit

Modernste Technik, wie z.B. LCD-Displays und Satellitennavigationssysteme (GPS), ermöglichen punktgenaue Lagebestimmung. Auch Smartphones werden mit den entsprechenden Apps mittlerweile zur Navigation benutzt. Wer das erste mal in so ein modernes Cockpit schaut, ist meist von der Vielzahl etwas erschlagen. Um so besser sich vorher schon einmal etwa schlau zu machen.

In der folgenden Tabelle findest du einen ersten Überblick über die Instrumente, die dich auf deinen ersten Schnupperflügen im Cockpit erwarten werden.

Der Fahrtmesser: Misst die Geschwindigkeit gegenüber der anströmenden Luft und ist ein sehr wichtiges Instrument. Er zeigt in km/h an und hat Markierungen für Mindest- und Höchstgeschwindigkeit. Fällt er aus, fliegt der Segelflieger einfach nach Gehör und Gefühl, was auch ganz gut funktioniert. Fahrtmesser
Der Höhenmesser: Dieser misst den Luftdruck und zeigt anhand dessen die Höhe des Flugzeugs über seinem Startplatz an. Anhand der Höhe kann der Segelflieger dann abschätzen, wie weit er noch gleiten kann und wie viel Abstand er noch zu Hindernissen oder Berggipfeln hat. Das Auge kann eine genaue Höhenschätzung nämlich leider nicht liefern. Der Höhenmesser
Das Variometer: Dieses Gerät funktioniert wie ein ganz feines Barometer. Steigt das Flugzeug, so registriert dieses Gerät diese minimale Luftdruckänderung und wandelt diese in eine Anzeige für das Steigen oder Sinken des Flugzeugs um. So sehen ist die Steig- oder Sinkrate dann in Meter/Sekunde. Da der Segelflieger  stets Thermik sucht, ist das sein wichtigster Hinweis auf Steiggebiete. Variometer
Funkgerät: Im Funkgerät wird die Frequenz des Flugplatzes oder eines Fluginformations-Dienstes eingestellt. So ist es möglich, Informationen abzusetzen und Freigaben für bestimmte Flugbewegungen oder Einflüge in Kontrollzonen einzuholen. Funkgerät zur Kommunikation mit den anderen
Kollisionswarngerät FLARM: Da Segelflugzeuge sehr schlank gebaut sind, sind die vor dem hellen Himmel oft nicht sehr gut zu sehen. Neben einer geschulten Luftraumbeobachtung dient dieses Instrument zur Erhöhung der Sicherheit, da es alle im Umkreis befindlichen Flugzeuge erfasst und kontrolliert, ob diese sich auf einem Kollisionskurs bewegen. Ist das der Fall, warnt das Gerät, von wo sich ein anderes Flugzeug nähert. FLARM - Flight Alarm Kollisionswarngerät
Logger / Satelliten-Navigationsgerät (GPS): Der Logger funktioniert genau wie ein Navi im Auto. Es zeigt zwar keine Straßen an, zeigt dem Piloten aber exakt den Kurs zum Ziel an. Es ist ebenfalls in der Lage alle 3 Sekunden die Koordinaten der exakten Position des Flugzeugs aufzuzeichnen, sodass für eine spätere Wertung eines Streckenflugs im Wettbewerb, der genau Strecken- und Höhenverlauf ermittelt werden kann. Zur Navigation nutzt man ein GPS

Alles Weitere zur Technik schaut ihr euch am besten bei einem Besuch auf dem Flugplatz an. Gern erklären wir euch da auch die Steuerung und alle Bauteile des Flugzeugs.